17. November 2017

Katja Frixe: Der zauberhafte Wunschbuchladen

Das ist wirklich mal ein süßes Buch für Kleine und Große. Speziell für Kinder ab acht Jahren. Mit ganz tollen Illustrationen.

Kinderbuch? Jugendbuch? Für Erwachsene? Ach eigentlich für alle, die mal die beste Freundin oder den besten Freund verloren haben und die Bücher lieben.
Clara und Lene sind beste Freundinnen. Lenes Papa hat eine andere Frau und so zieht sie mit ihrer Mama in eine andere Stadt. Ein absolut trauriger Tag für Clara, die Lene im Buchladen von Frau Eule verstecken will.
Zu allem Überfluss bekommt Clara noch eine neue Lehrerin: ausgerechnet die Neue von Lenes Papa. Und Leo kommt neu in die Klasse und wird ihr neuer Sitznachbar.
Die Familie versucht, Clara über den ersten Trennungsschmerz hinwegzuhelfen. Und auch Frau Eule, Kater Gustaf und der Spiegel Herr König, die sogar sprechen, aber nur von Frau Eule und Clara verstanden werden können, geben ihr Bestes, um sie aufzumuntern.
Dann überschlagen sich die Ereignisse. Lene ist von ihrem neuen Zuhause ausgebüxt und irgend jemand will Frau Eule und ihrem Buchladen was Böses.

Ein wunderschön bebildertes Buch, dem ich wünsche, auf vielen Geburtstagstischen seinen Platz zu finden. Es gibt auch noch den zweiten und dritten Teil der Geschichte: 

Der zauberhafte Wunschbuchladen - Der hamsterstarke Harry
Der zauberhafte Wunschbuchladen - Schokotörtchen für alle

15. November 2017

Wladimir Semjonowitsch Wyssozki

Wladimir Semjonowitsch Wyssozki
sowjetischer Schauspieler, Dichter und Sänger

Wladimir Semjonowitsch Wyssozki, wurde am 25. Januar 1938 in Moskau geboren.
Mit der Mutter wurde er während des Zweiten Weltkriegs für zwei Jahre in die Stadt Busuluk im Ural evakuiert. Der Vater war jüdischer Abstammung und Oberst der sowjetischen Armee. Mit ihm und dessen zweiter Frau lebte Wyssozki von 1947 bis 1949 in Eberswalde; hier erlernte er das Klavierspiel.
Das Studium am Kuibyschew-Institut für Bauingenieurswesen (1955) brach er nach dem ersten Semester ab. Er wurde 1956 lieber Schüler an der Schauspielschule des Moskauer Kunsttheaters. Hier lernte er den Dichter und Chansonnier Bulat Okudschawa und den Schriftsteller Andrei Sinjawskikennen. 1960 folgten Theater- und Filmauftritte. 1961 heiratete er ein zweites Mal und schrieb seine ersten Lieder. Er schloss sich 1964 dem Ensemble des Taganka-Theaters an und schrieb zum ersten Mal Lieder für einen Film.

Offiziell gab es in der ehemaligen Sowjetunion weder Prostitution, Verbrechen noch Antisemitismus. Aber das waren die Themen, über die der Künstler sang. Und obwohl er für den Staat ein sehr unbequemer Dichter und Sänger war, wurde er doch beim staatseigenen Melodija-Label verlegt.
Auch heute in Russland hat er noch einen Namen und gilt dort als der größte Liedermacher des 20. Jahrhunderts.

Viele seiner Lieder wurden von offizieller Seite nicht veröffentlicht, daher wurden Tonbandmitschnitte seiner Konzerte nach dem Samisdat-Prinzip verbreitet (sie wurden per Hand abgeschrieben und kopiert) und kursierten millionenfach im ganzen Land. Seinen Lebensunterhalt bestritt Wyssozki mittels seiner Engagements im Theater und in Film.

1967 lernte er Marina Vlady (französische Schauspielerin) kennen, die beiden heirateten 1969. In den 70er Jahren durfte er mit dem Ensemble des Taganka-Theaters ins Ausland reisen. Sogar in den Westen (Frankreich und USA).

Seinen letzten Auftritt hatte Wyssozki am 18. Juli 1980 im Taganka-Theater - in seiner berühmtesten Rolle – der des Hamlet.

Wladimir Semjonowitsch Wyssozki wurde nur 42 Jahre alt. Am 25. Juli 1980 starb er in seiner Moskauer Wohnung an Herzversagen. Seine schwere Alkoholkrankheit wird dabei eine große Rolle gespielt haben.

Am 28. Juli wurde Wyssozki auf dem Wagankowoer Friedhof beigesetzt. Da zu der Zeit in Moskau die Olympischen Spiele stattfanden, sorgte die Staatsführung dafür, dass die Nachricht von seinem Tod nicht in den Medien erschien. Trotzdem verbreitete sie sich in der Bevölkerung wie ein Lauffeuer, und das Begräbnis geriet zur größten nicht staatlich verordneten Demonstration, die Moskau bis dahin gesehen hatte. Wyssozki wurde im Kostüm des Hamlet zu Grabe getragen.

1987 wurde ihm postum der Staatspreis der UdSSR verliehen.

    „Hamlet hasst Rache und Gemeinheit, aber er kommt davon nicht los, er macht alles, wie die Menschen, gegen die er kämpft, obwohl er glücklich wäre, es nicht zu tun. Er möchte nicht töten, aber er wird töten und weiß das. Er kann diesen Kreis nicht verlassen, kommt nicht los von den Gesetzen und Konventionen, die seine Umgebung anbietet. Deshalb ist er verzweifelt, deshalb verliert er den Verstand!“

Seine Frau Marina Vlady schrieb das Buch Eine Liebe zwischen zwei Welten. Mein Leben mit Wladimir Wyssozki, das werde ich demnächst noch hier im Blog vorstellen.

Es gibt auch einen tollen Film über den Künstler, den ich mir auf DVD besorgt habe: einfach nur spannend. Hier könnt ihr mal in den Trailer reinschauen:



 

13. November 2017

Isabella Lechner: Wienerinnen, die lesen sind gefährlich

Erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag
                      "Man wird erst wissen,
      was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr
        vorgeschrieben wird, was sie sein sollen."

                           Rosa Mayreder

Es ist ein kleines und handliches Buch vom Elisabeth Sandmann Verlag und in folgende Kapitel unterteilt:

Frauenrechtlerinnen und Kämpferinnen
Salonièren und Künstlerinnen
Schriftstellerinnen und Dichterinnen
Geschäftsfrauen und Pionierinnen

Josefine-Hawelka-Weg, Johanna-Dohnal-Hof und Anna-Freud-Park sind Straßen, Plätze und Gebäude, die nach Wienerinnen benannt wurden. Doch kennt jemand noch die Frauen?

Zeitlich bewegen wir uns zwischen 1797 und 2010, einen Zeitraum voller geschichtlicher Umbrüche, in der Frauen um ihr Recht und Leben gekämpft haben. Sei es im Wien als Haupt- und Residenzstadt eines Kaiserreichs, als das Frauenideal noch eines der biedermeierlichen Hausfrau, aufopfernden Gefährtin und Mutter war. Doch es gab Frauen, die um ihre Klugheit wussten und Mittel und Wege fanden, ihre Träume zu leben.
Um 1848 gab es viele Wienerinnen, die sich für Frauenrechte und gesellschaftlichen Umbruch einsetzten. Aber es sollte noch lange dauern, bis Frauen auch politisch mitreden konnten. Doch in der Zeit des Nationalsozialismus wurden sie wieder zurückgedrängt an Heim und Herd. Erst in den 1970er Jahren wurde der Kampf um Gleichberechtigung in der autonomen Frauenbewegung erst wieder so richtig aufgenommen.

Auch dieses Buch macht Lust darauf, sich näher mit den einzelnen Frauen zu beschäftigen und noch mehr über sie zu erfahren.

Den Titel finde ich etwas unglücklich gewählt, das er mich an die lesenden und schreibenden Frauen von Stefan Bollmann erinnert, doch meiner Neugier auf die Frauen tat dies keinen Abbruch.

12. November 2017

Anne Tyler: Der leuchtend blaue Faden

Erschienen bei der Büchergilde

Felicitas von Lovenberg (FAZ):
Seit langem habe ich kein Buch so gern gelesen wie dieses.

Nick Hornby:
Ich wusste gar nicht, dass Romanschriftstellern gestattet ist, was Tyler macht - mit Geist, Witz und Herz über das Familienleben zu schreiben. Anne Tyler hat mein Leben verändert.

Jonathan Franzen:
Anne Tyler gehört zum Besten, was wir an Erzählern gegenwärtig haben.

Eigentlich mag ich solche Lobhudeleien ja nicht. Aber können sich diese drei irren?

Zumindest ist es schon mal ein schönes Buch von der Büchergilde. In Leinen gebunden mit einem roten Lesebändchen. Die Idee des blauen Fadens spiegelt sich im Cover und auch direkt auf dem Buch sehr gut wieder.

Anne Tyler erzählt die Geschichte der Familie Whitshanks. Da ist das Ehepaar Abby und Red, die beide nicht mehr die Jüngsten sind. Abbys Gehirn spielt ihr manchmal Streiche, hat kleine Aussetzer, sodass ihr ab und zu einige Minuten fehlen.
Red hört schlecht, will aber überall noch mitreden, sodass da die kuriosesten Gespräche entstehen. Die Kinder Denny, Stem und Amanda sind erwachsen. Denny war das Problemkind, hat sich nie in die Familie eingefügt. Nein, sobald wie möglich hat er das Elternhaus sogar verlasssen und sie hörten monate- und später auch schon mal jahrelang nichts von ihm. Er wurde Vater, ohne dass sie davon wussten und führt ansonsten ein ganz unstetes Leben. Als aber Stem nach einem Herzinfarkt des Vaters mit seiner Familie bei den Eltern einzog, da tauchte Denny plötzlich auf und wollte ihm diesen Platz streitig machen.

Die Geschichte springt in der Zeit auch hin und her, da Anne Tyler nicht nur vom Hier und Heute berichtet, nein, es gibt zwischendurch auch Erinnerungen an frühere Zeiten. Zum Beispiel an die jährlichen Ferien im Strandhaus. Oder die Geschichte von Stem, der nicht in diese Familie hineingeboren wurde.

Und nicht zuletzt spielt das Haus eine große Rolle, in dem die Familie lebt und das schon von Reds Vater gebaut wurde.

Um auf meine Frage von oben zurückzukommen: Nein diese drei haben sich nicht geirrt. Anne Tyler hat uns eine wunderbare Familiengeschichte geschrieben, die ich mit Begeisterung weiterempfehle.

9. November 2017

Neu im Regal

Hallo, ihr Lieben,

ich habe wieder jede Menge neue Bücher angeschafft, sie reichen mittlerweile für drei oder vier Beiträge. Allerdings kaufe ich nicht mehr alles neu, sondern greife auf gebrauchte Bücher zurück.

Was ich jetzt aber nicht mehr mache: Die Neuen kommen noch nicht ins Regal, sie werden jetzt zeitnaher gelesen. So wisst ihr, was ihr hier in den kommenden Monaten zu sehen bekommt. So, dann leg ich mal los. Ich bin gespannt, ob ihr euch auch das ein oder andere Buch gekauft habt oder sogar schon gelesen habt:


Blätterrauschen von Holly-Jane Rahlens
Als es eines stürmischen Herbstnachmittags an die Hintertür zum Leseclub der Buchhandlung "Blätterrauschen" klopft, ahnen Oliver, Iris und Rosa nicht, dass sie bereits mitten in einem großen Abenteuer stecken. Denn der Junge vor der Tür kommt aus der Zukunft. Und es dauert eine Weile, bis er versteht, dass er sich nicht in einem virtuellen Spiel befindet, sondern gegen seinen Willen in die Vergangenheit gereist ist - ins 21. Jahrhundert!
Oliver, Rosa und Iris geraten gemeinsam mit Colin in eine gefährliche Zeitschleife. Und müssen feststellen, dass sie alle Figuren eines Komplotts sind, in dem es um nicht weniger geht als um ihr Leben - und um unser aller Zukunft!

Lilly vom Hundertmorgenwald hat das und den 2. Teil dazu schon gelesen.

 Im Dezember gibt es bei whatchareadin eine Leserunde zu diesem Buch, auf die ich mich schon freue:
Eine Ehe in Wien von David Vogel
In seinem Meisterwerk beschreibt David Vogel in sensibler wie schonungslos offener Sprache die Liebesqualen eines angehenden Schriftstellers und erzählt dabei von nichts Geringerem als vom Kern des Daseins: Rudolf Gordweil ist im Wien der zwanziger Jahre einer Femme fatale verfallen. Von Woche zu Woche mehr gedemütigt und erniedrigt, braucht er die Kraft des Verzweifelten, um endlich zum Befreiungsschlag auszuholen.

Amerika - Auswanderer von Föhr um Amrum - Band 1 von Hans Krüger
Mitte des 19. Jahrhunderts begannen die ersten Föhrer und Amrumer Männer in die USA auszuwandern. Dies geschah aus sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gründen.
In unserem ersten Auswandererbuch versuchen zahlreiche Inselfriesen ihre Schickale darzustellen.
Für die meisten Autoren ist es das erste Mal, daß ihre Berichte, Gedanken und Auswanderungserfahrungen veröffentlicht werden. Es wird hierbei kein zu großer Wert auf literarische Vollkommenheit gestellt. Es zählt nur das Schicksal des Einzelnen.

 

Die Stadt der Träumenden Bücher von Walter Moers kennen sicher einige von euch. Jetzt kam vor einigen Tagen ein erster Teil als Comic raus: Buchhaim. Der zweite Teil, Katakomben, folgt im Januar kommenden Jahres:
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makellos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der "Stadt der Träumenden Bücher", wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben und sogar töten können.
Teil 1 erzählt, wie Hildegunst nach Buchhaim kommt, es ihn in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen, und wie er in der Ledernen Grotte die geheimnisvollen Buchlinge trifft.

George Packer: Die Abwicklung - Eine innere Geschichte des neuen Amerika
Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann die Abwicklung begann - wann die Bürger Amerikas zum ersten Mal spürten, dass die Bande sich lösten. Dass der Glaube an die gemeinsame Zukunft nicht mehr gültig ist. Doch irgendwann bemerkten es alle: Tammy, Fabrikarbeiterin, Dean Price, gläubiger Kleinunternehmer, Matt, Irak-Kriegsveteran, aber auch die vermeintlichen Gewinner wie Oprah Winfrey, Rapper Jay_Z oder der PayPal-Gründer Peter Thiel. Das große Versprechen von Glück und Wohlstand für alle gilt nicht mehr.
Mittels eindringlicher Portraits schafft der preisgekrönte Autor George Packer eine einzigartige literarische Collage, die eine Nation in Auflösung zeigt. Das große Sachbuch, das über Amerika hinaus auch uns die wesentliche Frage stellt: In welcher Welt wollen wir leben?

Susanna Tamaro: Ein denkendes Herz - Vielen lieben Dank an die liebe Lilly :-)
Ein denkendes Herz ist ein inspirierendes und persönliches Tagebuch, das die Augen öffnet für die verborgene Schönheit der Welt.
Eindringlich, intensiv, kämpferisch erzählt Susanna Tamaro von ihrer Liebe zur Stille, ihrer Empfindsamkeit und dem Schmerz, der daraus entstehen kann. Sie sucht nach dem Wesen des Menschen, dem Ursprung der Dinge und beschreitet dabei ganz eigene Wege.

Anne Siegel: Nordbräute
Der Auftakt der großen Island-Trilogie
Oktober 2008: Während in Reykjavik wütende Massen ob der finanziellen Notlage ihres Landes demonstrieren, beschließt die alte Christa am Vorabend ihres neunzigsten Geburtstags, ihrer isländischen Familie endlich reinen Wein über ihre Herkunft einzuschenken. Doch das mit der Wahrheit ist so eine Sache für die eigensinnige Christa, die 1949 von Deutschland nach Island auswanderte und sich seit Jahrzehnten in Heimlichkeiten verstrickt hat. Kein Wunder also, dass die alte Dame mit ihrer Lebensbeichte die ganze Sippe in helle Aufregung versetzt.
Mitreißend und voller Humor erzählt Anne Siegel im ersten Teil ihrer großen Island-Trilogie die Geschichte einer deutschen Auswanderin und ihres Enkels in Island, die nicht nur tiefe Einblicke in die historischen Beziehungen beider Länder gibt, sondern auch die isländische Bankenkrise seit 2008 geschickt in Szene setzt.

Arturo Pérez-Reverte: Der Preis, den man zahlt
Im November 1936 erhält Lorenzo Falcó einen Auftrag, der es in sich hat. Er soll einen hochrangigen politischen Gefangenen aus einer südspanischen Festung befreien. Ihm wird für diese Mission eine junge Kollegin an die Seite gestellt, sie heißt Eva und ist eine so anziehende wie rätselhafte Erscheinung. Bald schon geht es um Leben und Tod, und Falcó und Eva müssen sich absolut aufeinander verlassen können. Aber sollten sie einander auch wirklich über den Weg trauen?

Stefan Bollmann: Monte Verità 1900 Der Traum vom alternativen Leben beginnt
Sie träumen den Traum vom wahren Leben, inmitten der Natur, ohne Alltagshektik und Statusdenken. Sie ernähren sich vegan, tanzen, propagieren die freie Liebe und verehren das Licht des Südens. Immer mehr Literaten, Künstler, arme und reiche Bohemiens folgen ihnen ins Tessin: Erich Mühsam, Hermann Hesse, Käthe Kruse, Marianne von Werefkin und viele andere.